Anna-Elisabeth Biskup



Dichte


Sag Sagenhaftes

Spiel Rollenspiel

Fühl Gefühle

Lass Ballast


Dichte Gedichte
Wie das Leben so spielt…
Das passiert, wenn man Romanistik, Germanistik und noch anderes studiert hat, wenn man
für Geld Nachrichten verfasst hat, wenn man Menschen in Kommunikation und Literatur
unterrichtet hat…
Man schreibt Gedichte, freut sich über passende Kürze, die aber noch einen Inhalt in sich
trägt, vielleicht sogar eine Botschaft.
Hier vom Dreiländer-Eck Saarland-Lorraine-Luxembourg ein herzliches Willkommen an alle
„Lyrles“
Richtig! Lyrles sind LyrikleserInnen. Eine ganz besondere Gruppe von Menschen, die vor
Gedichten keine Angst hat. Weil wir ja wissen: Die in Gedichten präparierte Sprache kann
beschwören, verwirren, heilen, aufrütteln, verführen, besänftigen und was nicht alles.
Lassen wir es zu. Statt Nangaparbat-Klettern und Hai-Hochseefischen einfach ins Gedicht.



Ich liebe ganz besonders an Gedichten, dass durch wenige Worte Atmosphäre, Stimmung,
Gefühle, Fakten übermittelt werden können. Es ist ein reizvolles kreatives Spiel mit einem nicht zu
unterschätzenden Machtfaktor, der durchschimmert bei der Arbeit und bewusst macht, welche
Kraft in Worten steckt. Takt (Metrum), Rhythmus, Klang, Stilmittel unterstreichen die Wirkung der
Worte in eine Richtung, die lenkbar ist. Mit dieser Tonalität trifft das Gedicht - wenn es gelingt -, die
Leserschaft/Hörerschaft auf der Empfindungsebene und dann auf der Verstandesebene. Wie in
einer Schwingung. Im besten Fall wird so die Essenz, der umfassende Sinn spürbar, fühlbar
verstanden. Und Verstehen ist hier kein Stereotyp, vielmehr ein variantenreiches Verstehen von
Person zu Person, ein Verstehen, das ebenso in Schwingung geschieht. Damit wird es spannend
zu erfahren, wie einzelne Rezipienten das Gedicht aufnehmen, ihren persönlichen Sinn erkennen.